Eggerberg, ein Dorf zwischen Tradition und Aufbruch

Eggerberg - ein Dorf an den sonnigen Halden der BLS-Südrampe. Ein sympathisches Dorf mit lebendiger Tradition, Nachstehend das Porträt.

Name
Erstmals wurde die Dorfschaft als Eccun, später Eccon, Egcon, Eggen erwähnt. Der heutige Weiler Eggen war damals das Hauptdorf und hat der ganzen Gemeinde den Namen gegeben.

Vorname
In der Regel trägt jedes Dorf im Oberwallis einen Übernamen. Von den Bewohnern der Nachbardörfer wird dieser liebevoll von Generation zu Generation überliefert. Die Bewohner unseres Dorfes tragen den allgemein bekannten Kosenamen: «Grieniga»

Geburtsdatum
Die erste aufgefundene Urkunde stammt vom Weiler Mühlachru aus dem Jahre 1224. Erstmals wurde aber die Dorfschaft im Jahre 1307 erwähnt. 1798 wurde von 7 bewohnten Weilern gesprochen. Finnen, das als Voralpengebiet zur Gemeinde Eggerberg gehört, ist seit dem Jahre 1275 nachzuweisen. Nach dem Krieg gegen die Herren von Raron kaufte sich Finnen zusammen mit Mund und Bodmen im Jahre 1427 frei und wurde zum Meiertum mit eigener Gerichtsbarkeit, Nach dem Franzoseneinfall ging bas Freigericht 1799 unter, lebt aber in der 1951 gegründeten Voralpengeteilschaft Finnen weiter.

FamilienverhäItnisse
Unser Dorf zahlt heute 359 Einwohner. Politisch und kirchlich bilden wir eine eigene Gemeinde. Eggerberg ist kein geschlossenes Dorf, sondern ein Verbund von 13 Weilern: Witmatta, Schliecht, Mühlachru, Wirumschland, Näscht, Engeruhüs, Bärg, Lipbodu, Halta, Stadil, Rohrli, Eggu, Hohwang. Zur Gemeinde gehören auch die Voralpengebiete Finnen, Wang und Wyer. In unserer Dorfschule werden zwei Abteilungen mit je drei Primarklassen geführt. Dazu kommt noch der Kindergarten.

Beruf
Arbeitsplätze können die sechs Kleinbetriebe in unserem Dorf anbieten. Die Grosszahl der arbeitenden Bevölkerung findet im benachbarten Visp Beschäftigung (Industrie und Gewerbe). Die Landwirtschaft wird heute durch Arbeiterbauern betrieben. Die Grossviehhaltung ist praktisch bis auf einen Familienbetrieb ausgestorben. Dafür hat die Schafhaltung eine wichtige Bedeutung eingenommen. Die Landwirtschaft ist für unser Dorf wichtig, einmal für die Erhaltung der schönen Dorflandschaft, aber auch für die Sicherheit unseres Dorfes und nicht zuletzt als Beitrag für den Tourismus im Wallis. Der Tourismus spielt für Eggerberg eine bescheidene Rolle. Vor allem das weitverzweigte Wanderwegnetz bringt uns von Frühling bis Herbst Gäste in unser Dorf. Finnen oberhalb Eggerberg, ist ein schönes und ruhiges Erholungsgebiet, das von einheimischen und auswärtigen Eggerbergerinnen und Eggerbergern, aber auch von Einwohnern der Nachbardörfer geschätzt wird. Eggerberg gehört zum Verkehrsverein «Sonnige Halden». Ein grosser und zwei kleine Gastbetriebe sorgen für das Wohl der Gäste und bieten willkommene Arbeitsplätze.

Hobby
Das kulturelle Leben der Gemeinde Eggerberg ist geprägt von einer ausserordentlichen kulturellen Vielfalt. Neben der weiterhin gelebten kirchlichen Tradition an Fronleichnam, bei dem das ganze Dorf zu Festgottesdienst und Prozession zusammenkommt, finden sich Interessengruppen in verschiedensten Vereinen: Den musikalischen Bereich vertreten der Tambouren- und Pfeiferverein «Landsknechte», die Musikgesellschaft «Findneralp» und der Kirchenchor. Der Jugendverein und der Frauen- und Mütterverein decken den sozialen Bereich ab. Dem Sport widmet sich der Sportverein, Landwirtschaftlich orientiert ist die Schafzuchtgenossenschaft.

Die reiche Tradition und das kulturelle Erbe pflegen die Backhausgeteilschaft und die Kulturkommission.

Besondere Kennzeichen
Erwähnenswert ist die seit Jahrhunderten betriebene Wasserfuhre «Gorperi». Die «Gorperi» wurde naturnah saniert und präsentiert sich als eine der eindruckvollsten Wasserleitungen des Oberwallis. In der «Meerheji», wurden die ursprünglichen Holzkännel wieder angebracht. Die jahrhundertealte Kultur die Wasserleitungen - sind jetzt im Verzeichnis des Welterbeinventars der UNESCO zu finden. Auch das Weinbaumuseum «Triel», die Burgerstube und das Backhaus aus dem Jahre 1943, das heute wieder gebraucht wird, sind Kennzeichen, dass Tradition auch in der Moderne berechtigt ist.

Zukunftspläne
Unser Dorf hat sich mit verschiedenen Problemen der heutigen Zeit auseinanderzusetzen und muss sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen. Eine gute Planung ist in einer Berggemeinde wichtig für die Stärkung und Erhaltung der Lebenskraft. Der Ausbau und die Erweiterung der Infrastruktur sind für eine kleine Berggemeinde überlebenswichtig. Sanierungen und Erweiterungen von bestehenden Infrastrukturanlagen werden in Zukunft die Hauptaufgaben der Gemeinde sein.

Wasmer Rafaela, Gemeindepräsidentin